Die Schlosskirche
Einleitung
Die Schlosskirche St. Martini gehört zu den eindrucksvollsten Barockkirchen im Geiseltal. Sie steht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Renaissanceschloss, dem sogenannten Unterhof, und bildet mit ihm ein bemerkenswertes historisches Ensemble. Entdecken Sie ihre Geschichte, ihre reiche Ausstattung – und einen besonderen Garten rund um die Kirche.
Geschichte
Das heutige Kirchenschiff entstand zwischen 1733 und 1735 im Auftrag der Familie von Bose, die über Jahrhunderte als Patronatsherren mit Frankleben verbunden war – allen voran Christoph Dietrich von Bose der Jüngere, der hier zugleich den Unterhof und den Oberhof besaß. Mit der Bauausführung ist der Merseburger Baumeister Johann Christian Trothe verbunden.
In den Neubau wurde der ältere Westturm einbezogen: Sein quadratischer Unterbau reicht ins 16. Jahrhundert zurück, das achteckige Obergeschoss trägt die Jahreszahl 1697. Die einst elegante „Welsche Haube" wurde 1945 durch Beschuss schwer beschädigt und 1949 in vereinfachter Form wiederhergestellt.
Architektur & Ausstattung
Das Innere überrascht mit einem hellen Saal unter hohem Spiegelgewölbe und einer einheitlichen Ausstattung aus der Bauzeit. Den Raum beherrscht der hölzerne Kanzelaltar des Weißenfelser Hofbildhauers Johann Gottfried Griebenstein, der die gesamte Breite einnimmt.
Gegenüberliegende, zweigeschossige Einbauten tragen die Patronatslogen; darunter liegen Sakristei und die Familiengruft derer von Bose. Sehenswert sind außerdem der kniende Taufengel aus Sandstein (Mitte 17. Jahrhundert) und das große Grabmal Christoph Dietrichs von Bose d. J. und seiner Gemahlin Charlotte Johanne – in Tumbaform aus Marmor.
Die Beyer-Orgel
Auf der Westempore steht die Orgel des Naumburger Orgelbaumeisters Beyer von 1832 mit ihrem barocken Prospekt – bis heute ein Klangdenkmal des Geiseltals.
Baumgarten Frankleben
Rund um die Kirche wächst unser „Baumgarten Frankleben" – Bäume, die mehr sind als nur Grün. Jeder von ihnen erzählt mit einem kurzen Gedanken und einem Bibelwort etwas über Schöpfung, Glauben und Hoffnung.
Im Mittelpunkt steht der Korbiniansapfel, gezogen von dem Pfarrer Korbinian Aigner während seiner Haft im Konzentrationslager Dachau – ein Baum, der für Widerstandskraft und Zuversicht steht. Spazieren Sie durch den Garten und lassen Sie sich überraschen, was hinter jedem Baum steckt.







